late nite lacan: schön obszön! zu einer theorie der entrüstung

Noah Holtwiesche & Sándor Ivády
Montag, 06. Dezember 2010, 20:00 Uhr
IWK, Berggasse 17/1 (Wien)
- Eintritt frei -

»Das ist ja obszön!« – Banker-Boni, Burka, Sex und institutionelle Willkür – das Obszöne erregt die Gemüter und ist nicht erst seit Gestern en vogue. Längst nicht mehr nur Mittel künstlerischer Provaktion oder Ausdruck religiöser Eitelkeiten, ist aus der Empörung über das Obszöne ein wichtiges politisches Instrument geworden. Was aber bringt ein Subjekt dazu, sich vor aller Welt zu empören, und sich damit der Erniedrigung hinzugeben, so anklagend seine Ohnmacht angesichts der ihm ins Auge springenden Obszönität öffentlich darzustellen? Die Funktion des Zeigens ist entscheidend, und zwar in einem doppelten Sinn: Das Hinweisen auf eine Gesetzesübertretung weist zugleich zurück auf das sich lächerlich spießig an das Gesetz klammernde Subjekt, und belegt damit, wie sehr es von diesem abhängt. So bewahrt sich das Subjekt in diesem paradoxen Akt der Veräußerung eines Genießens an den Anderen insgeheim einen Teil davon. Wie trägt die Entrüstung zur Konstitution des Subjekts bei? Welches Verhältnis zum Gesetz artikuliert sich in der öffentliche Empörung? Anhand dieser Leitfragen entwickeln wir unseren Beitrag.

obszön oder okzident kapital voodoo

eine essay-performance von OTMAR WAGNER

mit:
STEFANIA AMISANO (Keyboard & Pianos),
NOAH HOLTWIESCHE (Sidekick),
ARMIN CHODZINSKI,
LENA WICKE-AENGENHEYSTER (Special Guests),
OTMAR WAGNER (Konzept & Performance)
mit Dank an MICHAEL STROHMANN für die Videoprogrammierung

Fr 01. und Sa 02. Oktober 2010, 20:00 Uhr
im WUK Wien
Währingerstr. 59, A-1090 Wien
Karten und Infos: 0043-(0)-1-40 121-70, tickets@wuk.at, www.wuk.at

Es geht um Schlaraffenland, obszöne Gesten und Google Street View. Es geht um Baudrillard, Burka, Business Punk. Es geht um Leberwurst und um den Körper als Kapital.
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