was ist ein rahmen? theaterpädagogischer salon, 02.07.11, 9:30 im theater an der parkaue, berlin

mit Vorträgen und Workshops von Dorothea Hilliger und Robin Arthur, Noah Holtwiesche, Christoph Scheurle,
Annette Krauss, Martin Nachbar.

Teilnahmebeitrag: 10 Euro
Anmeldung bei: karola.marsch-at-parkaue.de

Ankündigungstext:
Was ist ein Rahmen?

Jeder kennt das Phänomen: Man fährt in einem Auto durch die Straßen einer Stadt und hört Musik. Alles, was einem dabei in den Blick fällt, verschmilzt augenblicklich zu einem Filmbild, das mit Musik unterlegt ist. Ob Autofenster, wuchtiger Goldrahmen, Bühnenportal oder Kinoleinwand: Ein Rahmen markiert einen Ausschnitt. Er lenkt die Aufmerksamkeit, lässt den Betrachter Bezüge und Bedeutungen herstellen. Die zeitgenössische Theaterpraxis re- und dekontextualisiert auf ihren Bühnen und außerhalb der Theatermauern: Sie löst Orte, Texte, Songs, Diskurse, Moden, soziale Praktiken und vieles mehr aus dem gewohnten Bedeutungsrahmen und lädt den Zuschauer oder Besucher zum assoziativen Spiel. Wie lässt sich der Begriff ‘Rahmen’ gedanklich fassen? Was ergibt sich aus seiner Übertragung auf die künstlerische Arbeit mit Gruppen
unterschiedlichen Alters?

Im zweiten Theaterpädagogischen Salon geht es um die theoretische und praktische Beleuchtung dessen, was ein Rahmen – zumal ein guter – für künstlerische Vermittlungsprojekte ist. Er richtet sich an Künstler, Dramaturgen und Theaterpädagogen und versteht sich als offener Arbeitsprozess, der den Teilnehmern Anregungen für die weitere Auseinandersetzung und die eigene Praxis geben soll.

Programmablauf

09.30 Uhr Akkreditierung
10.00 Uhr Begrüßung
10.15 Uhr Input I von Dorothea Hilliger und Robin Arthur
11.00 Uhr Input II von Noah Holtwiesche
12.00 Uhr Input III von Christoph Scheurle
12.45 Uhr Mittagspause
13.45 Uhr Workshop I – IV
17.00 Uhr Eindrücke aus den Workshops
17.30 Uhr Abschlussplenum
19.00 Uhr Ende und Ausklang

Mein Vortrag:
Gerahmte Blicke: Wie viel Subjekt steckt in jedem Rahmen?

Rahmen schützen Bilder und heben sie von ihrer Umgebung ab. Doch was geschieht, wenn das Gerahmte aus diesem Schutz ausbricht, aus dem Rahmen fällt, nicht nur sich anschauen lässt, sondern dem Subjekt auf dem gleichen Feld begegnet, zurückschaut? Welche Rolle spielt dabei das Subjekt und dessen Blick? Ausgehend von Beispielen der Kunstgeschichte beleuchtet der Vortrag die subjektive und intersubjektive Dimension von Rahmungen und deren Öffnung im Prozess der Aufführung.

Mein Workshop:
Aufführungsränder – Rahmungen im Theater

Mit Rahmensetzungen, Rahmenverschiebungen und Neurahmungen bewältigen Menschen die Fülle der Eindrücke des täglichen Lebens. So ist auch das Theater voller Rahmen, die Szenen und Akte voneinander trennen, die Bühne vom Zuschauerraum, das Publikum von Akteuren, Aufführungen von Pausen. Diese Rahmen sind Ordnungsschemata und als solche nichts Reales. Sie finden vielmehr in unseren Köpfen statt. In diesem Workshop wird dem intersubjektiven Aspekt von Rahmungen anhand von szenischen Versuchsanordnungen nachgegangen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Beziehung zwischen den Akteuren untereinander und zum Publikum: Wie lässt sich mittels Rahmenverschiebungen Aufmerksamkeit generieren und verändern? Und wie können wir sowohl in der Stückentwicklung als auch in der szenischen Ausgestaltung die Beziehung zum Publikum durch das Spiel mit Rahmungen gestalten?

Gesamtprogramm und Information zu den anderen Talks und Workshops findet sich auf der Homepage des Theaters an der Parkaue.