enjoy your job! – zu leistungsprinzip und genießen im kapitalismus. late nite lacan, iwk, 03.10.11, 20:00

surplus pleasure marcuse

Zur kapitalistischen Arbeitswelt heute gehört, daß Arbeit nicht mehr Mühsal und Entfremdung sein, sie nicht der “Not des Lebens” gehorchen soll, von der Freud noch sprach. Statt dessen soll das Erbringen von Leistungen, die Unterwerfung unter das Leistungsprinzip dem Subjekt ein Genuß sein, Freude und Glück bringen.

Diesen Imperartiv zum Genießen von Leistung und Arbeit möchte ich anhand dreier Theorien schärfer konturieren und diskutieren: (1) anhand der Gesellschaftskritik Herbert Marcuses, dem vergessenen Stichwortgeber der sexuellen Befreiung; (2) anhand des Konzepts des “Flow” als leistungssteigernde, “optimale Erfahrung”, wie es der Psychologe Mihaly Csikczentmihalyi entwickelt hat; und (3) anhand von Lacans Theorie des Subjekts, insbesondere seiner Gegenüberstellung von Genießen und Begehren.
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“i am not a testscore” – “performance principle” und schule

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Was macht ein Projekt wie “GOO” samt “gooland.at” und “Macht/Schule/Theater” heute möglich?  Eine Reihe glücklicher Umstände, gewiss – und zu diesen glücklichen Umständen gehört zu allererst  der Wille vieler Menschen, ihre Bereitschaft, etwas möglich zu machen und  vom alltäglichen Fahrplan ihrer Arbeit abzuweichen. Doch wenn wir diese glücklichen Umstände für einen Augenblick beiseite lassen, so stellt sich die Eingangsfrage anders: Was sind die historischen und gesellschaftlichen sowie kulturellen Bedingungen für GOO?

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Diese Bedingungen sind in Veränderungen zu suchen, die die Institution Schule heute erfassen und vielleicht mehr als jemals zuvor die Frage aufwerfen, was Schule sein soll, wie sie bilden und erziehen soll, was ihr gesellschaftlicher Auftrag ist.

Noch immer ist die Schule eine  Anstalt – eine Anstalt der Einübung von Disziplin und Ordnung. Dieser abgegrenzte Raum der Anstalt wurde zusammen mit den Nationalstaaten des 18. und 19. Jahrhunderts hervorgebracht. Parallel zur territorialen Organisation des Staates entwickelte sich eine innere Raumordnung, die verschiedene Funktionen räumlich isoliert und so kleine soziale Mikrokosmen mit eigenen Organisationen und Regeln erzeugt. In den Anstalten erlangt, mit Michel Foucault gesprochen, die unpersönliche Macht der Gesellschaft Herrschaft über die Subjekte , indem es sie als Subjekte überhaupt erst hervorbringt. Durch Erzeugung eines dichten Rasters an Körpertechniken, die die Subjekte klassifizierbar, verwaltbar und kontrollierbar machen, wurde neben dem Militär  die Schule zur zentralen Institution der Vergesellschaftung.
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obszön oder okzident kapital voodoo

eine essay-performance von OTMAR WAGNER

mit:
STEFANIA AMISANO (Keyboard & Pianos),
NOAH HOLTWIESCHE (Sidekick),
ARMIN CHODZINSKI,
LENA WICKE-AENGENHEYSTER (Special Guests),
OTMAR WAGNER (Konzept & Performance)
mit Dank an MICHAEL STROHMANN für die Videoprogrammierung

Fr 01. und Sa 02. Oktober 2010, 20:00 Uhr
im WUK Wien
Währingerstr. 59, A-1090 Wien
Karten und Infos: 0043-(0)-1-40 121-70, tickets@wuk.at, www.wuk.at

Es geht um Schlaraffenland, obszöne Gesten und Google Street View. Es geht um Baudrillard, Burka, Business Punk. Es geht um Leberwurst und um den Körper als Kapital.
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