
surplus pleasure marcuse
Zur kapitalistischen Arbeitswelt heute gehört, daß Arbeit nicht mehr Mühsal und Entfremdung sein, sie nicht der “Not des Lebens” gehorchen soll, von der Freud noch sprach. Statt dessen soll das Erbringen von Leistungen, die Unterwerfung unter das Leistungsprinzip dem Subjekt ein Genuß sein, Freude und Glück bringen.
Diesen Imperartiv zum Genießen von Leistung und Arbeit möchte ich anhand dreier Theorien schärfer konturieren und diskutieren: (1) anhand der Gesellschaftskritik Herbert Marcuses, dem vergessenen Stichwortgeber der sexuellen Befreiung; (2) anhand des Konzepts des “Flow” als leistungssteigernde, “optimale Erfahrung”, wie es der Psychologe Mihaly Csikczentmihalyi entwickelt hat; und (3) anhand von Lacans Theorie des Subjekts, insbesondere seiner Gegenüberstellung von Genießen und Begehren.
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mit Vorträgen und Workshops von Dorothea Hilliger und Robin Arthur, Noah Holtwiesche, Christoph Scheurle,
Annette Krauss, Martin Nachbar.
Teilnahmebeitrag: 10 Euro
Anmeldung bei: karola.marsch-at-parkaue.de
Ankündigungstext:
Was ist ein Rahmen?
Jeder kennt das Phänomen: Man fährt in einem Auto durch die Straßen einer Stadt und hört Musik. Alles, was einem dabei in den Blick fällt, verschmilzt augenblicklich zu einem Filmbild, das mit Musik unterlegt ist. Ob Autofenster, wuchtiger Goldrahmen, Bühnenportal oder Kinoleinwand: Ein Rahmen markiert einen Ausschnitt. Er lenkt die Aufmerksamkeit, lässt den Betrachter Bezüge und Bedeutungen herstellen. Die zeitgenössische Theaterpraxis re- und dekontextualisiert auf ihren Bühnen und außerhalb der Theatermauern: Sie löst Orte, Texte, Songs, Diskurse, Moden, soziale Praktiken und vieles mehr aus dem gewohnten Bedeutungsrahmen und lädt den Zuschauer oder Besucher zum assoziativen Spiel. Wie lässt sich der Begriff ‘Rahmen’ gedanklich fassen? Was ergibt sich aus seiner Übertragung auf die künstlerische Arbeit mit Gruppen
unterschiedlichen Alters?
Im zweiten Theaterpädagogischen Salon geht es um die theoretische und praktische Beleuchtung dessen, was ein Rahmen – zumal ein guter – für künstlerische Vermittlungsprojekte ist. Er richtet sich an Künstler, Dramaturgen und Theaterpädagogen und versteht sich als offener Arbeitsprozess, der den Teilnehmern Anregungen für die weitere Auseinandersetzung und die eigene Praxis geben soll.
Programmablauf
09.30 Uhr Akkreditierung
10.00 Uhr Begrüßung
10.15 Uhr Input I von Dorothea Hilliger und Robin Arthur
11.00 Uhr Input II von Noah Holtwiesche
12.00 Uhr Input III von Christoph Scheurle
12.45 Uhr Mittagspause
13.45 Uhr Workshop I – IV
17.00 Uhr Eindrücke aus den Workshops
17.30 Uhr Abschlussplenum
19.00 Uhr Ende und Ausklang
Mein Vortrag:
Gerahmte Blicke: Wie viel Subjekt steckt in jedem Rahmen?
Rahmen schützen Bilder und heben sie von ihrer Umgebung ab. Doch was geschieht, wenn das Gerahmte aus diesem Schutz ausbricht, aus dem Rahmen fällt, nicht nur sich anschauen lässt, sondern dem Subjekt auf dem gleichen Feld begegnet, zurückschaut? Welche Rolle spielt dabei das Subjekt und dessen Blick? Ausgehend von Beispielen der Kunstgeschichte beleuchtet der Vortrag die subjektive und intersubjektive Dimension von Rahmungen und deren Öffnung im Prozess der Aufführung.
Mein Workshop:
Aufführungsränder – Rahmungen im Theater
Mit Rahmensetzungen, Rahmenverschiebungen und Neurahmungen bewältigen Menschen die Fülle der Eindrücke des täglichen Lebens. So ist auch das Theater voller Rahmen, die Szenen und Akte voneinander trennen, die Bühne vom Zuschauerraum, das Publikum von Akteuren, Aufführungen von Pausen. Diese Rahmen sind Ordnungsschemata und als solche nichts Reales. Sie finden vielmehr in unseren Köpfen statt. In diesem Workshop wird dem intersubjektiven Aspekt von Rahmungen anhand von szenischen Versuchsanordnungen nachgegangen. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Beziehung zwischen den Akteuren untereinander und zum Publikum: Wie lässt sich mittels Rahmenverschiebungen Aufmerksamkeit generieren und verändern? Und wie können wir sowohl in der Stückentwicklung als auch in der szenischen Ausgestaltung die Beziehung zum Publikum durch das Spiel mit Rahmungen gestalten?
Gesamtprogramm und Information zu den anderen Talks und Workshops findet sich auf der Homepage des Theaters an der Parkaue.
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Eintritt frei
mit:
CHRISTIAN FALSNAES (A, DK)
RED PARK – Lars Schmid, Jörg Thums (A, D)
RANDOM PEOPLE – Esther Pilkington, Daniel Ladnar (GB, A)
SIBYLLE PETERS (D)
Gestaltung, Organisation und Moderation: Brigitte Wilfing, Noah Holtwiesche
Mitorganisation: Peter Kozek

PERFORMANCE ALS LECTURE bringt KünstlerInnen zusammen, die sich mit Lecture Performances auseinandersetzen. Dieses hybride Format erfreut sich in den letzten Jahren in Kunst und Wissenschaften großer Beliebtheit und zeichnet sich zugleich durch eine große Vielfalt aus. PAN Vienna möchte die unterschiedlichen performativen Strategien im Umgang mit Lecture Performances zeigen und ästhetische und theoretische Hintergründe diskutieren.
weitere Informationen zu den KünstlerInnen auf der Homepage von PAN
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Vier künstlerische Positionen – Arbeitsexzerpte und Diskussion
03. März 2011, 20:00 Uhr, WUK Projektraum, Währinger Straße 59, 1090 Wien

Wie viel Performance steckt in einem Konzert? Und wie viel Konzert steckt in einer Performance? PAN Vienna bittet Performance-Künstler und Performance-Gruppen auf die Bühne, um sich diesen Fragen zu stellen. Performance als Konzert bringt vier verschiedene künstlerische Positionen zusammen, die die Musik, das Konzert und popkulturelle Aufführungsformen zum Gegenstand einer prozessualen und performativen Forschung machen und so die Beziehungen zwischen den Ausdrucksmitteln der Performance Kunst und denen des Konzerts ausloten.
Der Wiener Medienkünstler Jan Machacek, das Performance-Duo Eisenächer/Harder CLAIMS aus Berlin, die Musik-Performance-Combo Martin & The evil eyes of Nur (Wien, Hamburg) und die interdisziplinär arbeitende Künstlerin Barbara Naegelin aus Basel zeigen Performances, geben Einblicke in ihre Arbeitsweisen und stellen sich einer Diskussion mit dem Publikum. Begleitet wird die Veranstaltung von dem britischen Performance-Sachverständigen und Herausgeber der Live Art DVD, Christopher Hewitt. Durch den Abend führen die Wiener Performance-Künstler Noah Holtwiesche und Otmar Wagner.
Mehr zu den KünstlerInnen auf der Website von PAN und auf den Websites der KünstlerInnen selbst:
Jan Machacek
Joy Harder & Janine Eisenächer CLAIMS
Barbara Naegelin
Martin & The evil eyes of Nur
Christopher Hewitt
PAN – Performance Art Network Vienna ist ein Zusammenschluss von Wiener Performance-KünstlerInnen. Selbstorganisiert und basisdemokratisch ausgerichtet, schafft PAN Vienna Freiräume für eine intensive Auseinandersetzung mit aktuellen Tendenzen der Performance Art.
PANik 1: Performance als Konzert wird gefördert von der Kulturabteilung (MA 7) der Stadt Wien.
PAN dankt dem WUK Wien für die freundliche Unterstützung.
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The video of the performance:
Berliner Luft – catalogue:
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In der Bremer Stauerei ist das romantische Globalisierungstück „Container Love“ zu sehen
von Tim Schomacker
BREMEN (Eig. Ber.) · Zack, wieder hunderttausend Arbeitslose weniger.
Timing ist manchmal nicht leicht, wenn man einigermaßen frei Theater machen will: Zwischen der Idee und der Produktion lagen bei „Container Love“ ziemlich genau die Zeit, die es dauert vom Peak einer Wirtschaftskrise bis zur scheinbaren Erholung. „Als wir das Stück zu entwickeln begannen“, erzählt Katrin Bretschneider, „standen überall Container leer herum. Jetzt, wo es herauskommt, herrscht Containerknappheit.“ Die normierte Stahlblechschachtel, zu der Bretschneider und ihre beiden spielenden und konzipierenden Kollegen Christoph Glaubacker und Noah Holtwiesche einen Abend lang Du sagen, ist ein veritabler Indikator: voll oder leer; statisch oder in Bewegung.
Auf einer dreistufigen Mischung aus Laufsteg und Banketttisch erzählt das Trio von der Verschiebung und Verschiffung von Waren rund um den Globus. Jene andere, nicht materielle Hälfte von Weltwirtschaft – Geld, Wissen, Dienstleistung – wird dabei selten be nannt. Was dem sanften, beinahe freundlichen Grundprinzip dieser Performance entspricht: Die Zuschauenden werden hier mit Fragen, Bildern und Informationen nicht gefüttert. Klappt’s, sind sie aktiv dabei.
Ein Beispiel: In der Mitte des mittleren Podestes leuchtet eine Lampe. Von diesem Nullpunkt ausgehend, in dem sich Längen- und Breitengrad schneiden, denkt sich „Container Love“ über alle sieben Weltmeere, hin zu diversen „Irgendwo“. Wo gerade wer am Bankautomat kein Geld bekommt, wo jemand melancholisch aus dem Zugfenster blickt, wo jemand im Akkord weiße Herrenhemden näht. „Wir haben mit der Bühne angefangen, die hier normalerweise steht“, sagt Holtwiesche, „dann haben wir gemerkt, dass da etwas nicht stimmt. Die Bühne impliziert ein anderswo und -wann.“ Darum ging es in den Raum, darum die Koordinate, die für Akteure und Zuschauer die selbe ist.
Holtwiesche ergänzt eine weitere Abweichung vom Frontaltheater: „Es gab frustrierende Momente, weil sich das Gefahrenpotenzial der Weltwirtschaft eben nicht in personale Konflikte auflösen lässt. Mit klassischem Theater ist das kaum zu bearbeiten.“ Wobei „Container Love“ auch nicht verhehlt, dass zwei Drittel des kleinen Ensembles mit Gießen aus jener Theaterschmiede kommen, die das Diskursive, das Nicht-Dramatische längst zur Parallelkonvention gemacht hat. Das sieht man hier am Videoeinsatz und der gezielt uneindeutigen Figurenkontur genauso wie an trendy Themen wie der Kartographie oder der Wandlung urbaner Räume.
[...]
Container Love ist noch bis Sonntag, jeweils um 20 Uhr, in der Stauerei, Cuxhavener Straße 7, in Bremen zu sehen.
Dieser Artikel erschien am 29.10.2010 in der Syker Kreiszeitung. Der gesamte Artikel läßt sich hier nachlesen.
Anläßlich der zweiten Staffel von “Container Love” waren Katrin Bretschneider auch Gast in der Sendung THE SILVER ROADSHOW #3 beim Kulturradio Schwankungen, moderiert von Andreas Schnell und ebenfals Tim Schomacker. Der Stream der Sendung läßt sich hier nachhören – mit interessanten Gästen wie Oliver Behnecke, u.a. Macher der Sommer-Republik und Torsten Bauer von Urbanscreen.
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Noah Holtwiesche & Sándor Ivády
Montag, 06. Dezember 2010, 20:00 Uhr
IWK, Berggasse 17/1 (Wien)
- Eintritt frei -
»Das ist ja obszön!« – Banker-Boni, Burka, Sex und institutionelle Willkür – das Obszöne erregt die Gemüter und ist nicht erst seit Gestern en vogue. Längst nicht mehr nur Mittel künstlerischer Provaktion oder Ausdruck religiöser Eitelkeiten, ist aus der Empörung über das Obszöne ein wichtiges politisches Instrument geworden. Was aber bringt ein Subjekt dazu, sich vor aller Welt zu empören, und sich damit der Erniedrigung hinzugeben, so anklagend seine Ohnmacht angesichts der ihm ins Auge springenden Obszönität öffentlich darzustellen? Die Funktion des Zeigens ist entscheidend, und zwar in einem doppelten Sinn: Das Hinweisen auf eine Gesetzesübertretung weist zugleich zurück auf das sich lächerlich spießig an das Gesetz klammernde Subjekt, und belegt damit, wie sehr es von diesem abhängt. So bewahrt sich das Subjekt in diesem paradoxen Akt der Veräußerung eines Genießens an den Anderen insgeheim einen Teil davon. Wie trägt die Entrüstung zur Konstitution des Subjekts bei? Welches Verhältnis zum Gesetz artikuliert sich in der öffentliche Empörung? Anhand dieser Leitfragen entwickeln wir unseren Beitrag.
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das ist das skript einer performance, die auf dem 3. internationalen performance art-festival in frankfurt/main stattfand. keine video- oder photodokumentation.
Die Performance beginnt jetzt. Es ist Freitag, der 7.7.2006, xy Uhr xx nach christlicher Zeitrechnung. Nach islamischem Kalender ist yaum al-dschum`a, 11. Dschamadi ath thani 1427. Nach jüdischer Zeitrechnung ist heute der 12. Tammuz 5766, und es ist (Uhrzeit minus 18h) Ich befinde mich
in der Galerie Wildwechsel
in der Rotlintstr. 98
in Frankfurt
Hessen
in Deutschland
Europa
auf der Erde
im Sonnensystem
im Orionarm der Michstraße (more…)
this entry was written by noah, posted on 2010/09/23 at 23:48, filed under portfolio, texts and tagged nothing, performance, signifier, world. leave a comment or view the discussion at the permalink.
Anspruchsvoll: “Container Love”, eine Performance in der Stauerei – von Sven Garbade.
Bremen. Es zählt nicht unbedingt zu den Selbstverständlichkeiten im freien Theater, dass relevante Themen anspruchsvoll und gleichzeitig unterhaltsam eingerichtet werden. Umso erfreulicher wirkt deshalb eine kleine Theater-Performance mit dem Titel “Container Love”, die zur Zeit in der Stauerei läuft. Hier haben Katrin Bretschneider, Noah Holtwiesche und Christoph Glaubacker ein vergnügliches Spiel um die “Wunderkisten der Weltwirtschaft” inszeniert. Und tatsächlich erkunden die drei Theatermacher damit etwas, was sie augenzwinkernd die “poetische Dimension der Globalisierung” nennen.
Themengerecht findet die Performance (in Kooperation mit der Schwankhalle) in einem ehemaligen Lagerschuppen statt. Zu Beginn herrscht hier gedämpfte Bar-Atmosphäre, man gibt sich ein bisschen verträumt, leicht hingetupfte Piano-Klänge rieseln ins Ohr. Zwei Herren in Smokings und eine Dame im Abendkleid fungieren als Croupiers. Das große Geld darf wie die “Brandung an der Bugwelle eines Containerschiffes” rollen. Von jedem Zuschauer haben die drei Spieler zu Beginn einen Gegenstand kassiert, einen Wetteinsatz quasi. Denn die Welt ist ja (was sonst?) ein Casino.
Dann wird der tollkühne Versuch unternommen, die Menschheitsgeschichte in einer Minute nachzuerzählen: vom Urknall über Marco Polo bis zum heutigen Warenfluss. Die Einzeletappen werden lässig begrüßt, als wären sie Neuankömmlinge in einer Stammkneipe namens Evolution: “Hallo Mensch!”, sagt die Dame im grünen Kleid, und gleich darauf ist auch schon der Tauschhandel erfunden: “Hallo Geld!”
In diesem sanften Parlando geht es weiter bis zur Geschichte der Bremer Überseestadt. Diese wird auf einer Geländekarte mit selbst gebastelten Lagerhäuschen nachgespielt. Ein gewisser Henning Scherf spaziert wie im Kinderspiel hinein: “Moin, ich bin hier der Bürgermeister! Mönsch, ischa gar nichts mehr los hier in meinem Hafen!”
Die großen Container ziehen zu diesem Zeitpunkt längst an Bremen vorbei. Leuchtstreifen auf dem Boden dienen in dieser Inszenierung als Markierungen, um das weltumspannende Netz der schwimmenden Transporter anzudeuten. So kann die gedankliche Reise an diesem Theaterabend ganz herrlich unverkrampft bis zur nächsten Hafenkneipe und dann um die ganze Welt gehen. Ein originell und unterhaltsame Expedition ist dies in jedem Fall.
Weser-Kurier, 19.09.2010
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1
Was macht ein Projekt wie “GOO” samt “gooland.at” und “Macht/Schule/Theater” heute möglich? Eine Reihe glücklicher Umstände, gewiss – und zu diesen glücklichen Umständen gehört zu allererst der Wille vieler Menschen, ihre Bereitschaft, etwas möglich zu machen und vom alltäglichen Fahrplan ihrer Arbeit abzuweichen. Doch wenn wir diese glücklichen Umstände für einen Augenblick beiseite lassen, so stellt sich die Eingangsfrage anders: Was sind die historischen und gesellschaftlichen sowie kulturellen Bedingungen für GOO?
2
Diese Bedingungen sind in Veränderungen zu suchen, die die Institution Schule heute erfassen und vielleicht mehr als jemals zuvor die Frage aufwerfen, was Schule sein soll, wie sie bilden und erziehen soll, was ihr gesellschaftlicher Auftrag ist.
Noch immer ist die Schule eine Anstalt – eine Anstalt der Einübung von Disziplin und Ordnung. Dieser abgegrenzte Raum der Anstalt wurde zusammen mit den Nationalstaaten des 18. und 19. Jahrhunderts hervorgebracht. Parallel zur territorialen Organisation des Staates entwickelte sich eine innere Raumordnung, die verschiedene Funktionen räumlich isoliert und so kleine soziale Mikrokosmen mit eigenen Organisationen und Regeln erzeugt. In den Anstalten erlangt, mit Michel Foucault gesprochen, die unpersönliche Macht der Gesellschaft Herrschaft über die Subjekte , indem es sie als Subjekte überhaupt erst hervorbringt. Durch Erzeugung eines dichten Rasters an Körpertechniken, die die Subjekte klassifizierbar, verwaltbar und kontrollierbar machen, wurde neben dem Militär die Schule zur zentralen Institution der Vergesellschaftung.
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this entry was written by noah, posted on at 21:39, filed under texts and tagged capitalism, foucault, heterotopien, marcuse, paedagogics, performance, performance principle, school, society. leave a comment or view the discussion at the permalink.
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